meinherz.jpg

Zwei unterschiedliche Teenager, das gleiche Ziel

 

In dieser tragischen Liebesgeschichte geht es um Leben und Tod. Es handelt von zwei Teenagern im Alter von 16 und 17 Jahren. Diese wollen beide Selbstmord begehen und suchen einen Partner für dieses Vorhaben. Asyel ist die türkische Ich-Erzählerin der Geschichte, man taucht in ihre Gedanken ein und kann sich besser in sie herein versetzen. Ihre Gedanken kreisen oft ums Sterben und sie bringt dies in Verbindung mit Physik , denn Aysel denkt oft darüber nach was mit ihrer Energie passiert wenn sie stirbt. Sie liebt klassische Musik, welche sie oft in ihren Gedanken summt. 

 

Der Grund, warum sie sterben möchte ist, ist heftig: Ihr Vater hat einen sehr beliebten Schüler ermordet, und seit diesem Vorfall betrachten die Menschen Aysel mit anderen Augen. Sie versinkt in Selbstmitleid, wegen den Vorwürfen, dass sie genau gleich sei wie ihr Vater. Sie sagt oft zu sich selbst: «Dann werde ich sowieso nicht mehr am Leben sein.» Ihr Problem könnte sie selbst lösen, wenn sie ihre Einstellung und ihr Auftreten ändern würde. Ihre Familie ist eigentlich perfekt, ihre Mutter hat einen normalen Job und verhält sich wie eine Eingeborene Amerikanerin, Aysel hat einen Stiefvater, -schwester und -bruder. Die ganz Familie passt sehr gut zusammen, ausser Aysel sie wirkt irgendwie fehl am Platz und fühlt sich auch so. Denn ihre Mutter befürchtet wie viele andere, dass Aysel ebenfalls jemanden umbringen könnte.

 

Während ihrer Arbeit, bei Tuckers Marketing Concepts, treibt sie sich ständig auf einer Selbstmord-Internetseite herum. Dort macht sie Bekanntschaft mit Roman, der ebenfalls Selbstmord begehen möchte. Sein Grund scheint etwas realistischer zu sein, denn er ist schuld, dass seine kleine Schwester im Badezimmer ertrank. Deshalb möchte er am siebten April über die Klippen springen, am Todestag seiner Schwester. Roman und Aysel beginnen sich zu treffen und freunden sich an. Mit der Zeit kommen sie sich immer näher und es wird mehr als nur eine Freundschaft. Aysel kommt an den Punkt, wo sie ihren Vater im Gefängnis besuchen möchte, es aber nicht möglich ist. Sie beginnt,über ihr Leben nachzudenken, durch Roman und ihren Physiklehrer wird für sie ihr Leben wieder lebenswerter und sie gibt die Suizidgedanken auf. Roman bemerkt das und beschliesst hinter Aysels Rücken sich umzubringen. Glücklicherweise können Romans Mutter und Aysel ihn retten. Das Ende bleibt offen und einige Fragen bleiben ungeklärt: Was wird aus Aysel und Roman, wird Aysel ihren Vater endlich treffen oder begehen beide trotzdem noch Selbstmord. 

 

Das offene Ende ist einerseits spannend und andererseits auch verwirrend. Etwas enttäuschend war, dass lange nicht viel passiert, und dann kommt wie aus dem Nichts plötzlich das Ende. Das Buch ist flüssig geschrieben und ist leicht zu lesen. Es ist so geschrieben, dass man sich sehr gut in die einzelnen Personen hineinfühlen kann. Die Kapitel sind gegliedert in Tage und es zählt herunter bis zum Tag ihres geplanten Selbstmordes. 

 

Das Buch zeigt eine realistische Geschichte über zwei depressive Teenager, welche tatsächlich existieren könnten. Jasmin Warga, die Autorin, hat das Buch nach dem Tod eines sehr guten Freundes geschrieben, denn sie möchte den Menschen zeigen, dass nichts im Leben hoffnungslos ist und es für jedes Problem eine Lösung gibt. Die Geschichte soll auch zeigen, dass unerwartete Begegnungen das Leben verändern können. Der Kampf gegen die Depressionen ist der zentrale Punkt des Buches. Es sollte auch zeigen, wie wichtig die gute Beziehung zu den Liebsten ist. Alles in allem ist es trotz der kritisierten Punkte ein äusserst gelungenes Buch und kann sehr zum Lesen empfohlen werden.