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Eine Suche nach dem grossen Vielleicht 

Der 16-jährige Miles Halter ist eher zurückhaltend und pflegt an der Highschool nur wenige, sehr oberflächliche Freundschaften. Er beschliesst, das nächste Jahr nicht mehr auf die Highschool, sondern in das Internat Culver Creek zu gehen. Er will sich auf die Suche nach dem grossen Vielleicht machen. Damit meint er, dass er etwas Neues erleben und andere Leute kennenlernen will. 

Im Internat angekommen, freundet er sich mit seinem Zimmergenossen Chip Martin, auch "der Colonel" genannt, an. Durch ihn lernt Miles Alaska Young kennen. Alaska ist ein Mädchen, wie Miles es noch nie gesehen hat. Sie ist sehr eigenwillig und intelligent. Miles bewundert sie und verliebt sich schliesslich in sie. Doch überfordert ihn ihre launische und wechselhafte Art auch immer wieder: An einem Abend diskutieren und lachen sie zusammen, am nächsten Morgen ignoriert sie ihn eiskalt. Als er dann erfährt, dass ihre Mutter verstorben ist und sie sich die Schuld dafür gibt, kann er sich ihr Verhalten besser erklären und versteht es besser. Zu dem Dreiergespann kommen dann noch Takumi und Lara. Die Jugendlichen trinken zusammen heimlich Alkohol, rauchen und hecken Streiche aus. Als dann aber Alaska bei einem Autounfall ums Leben kommt, ändert sich das Leben der Freunde schlagartig. 

Der Roman Eine wie Alaska ist nicht in Kapitel aufgeteilt, sondern besteht aus zwei grossen Teilen. Der erste Teil spielt vor Alaskas Tod. Da erfährt man, wie Miles sich im Internat einlebt und dort zum ersten Mal richtige Freunde findet. Der zweite Teil spielt nach dem Tod von Alaska. Man sieht, wie sich die Jugendlichen nach dem grossen Verlust zurechtfinden. Der erste Teil heisst demnach "Vorher", der zweite Teil "Danach". Die Geschichte beginnt 136 Tage vor dem Tod von Alaska und endet 136 Tage nach ihrem Tod. Alaskas Tod befindet sich somit genau in der Mitte. Er wird als das entscheidende Ereignis bezeichnet, um das sich die ganze Geschichte dreht.  

John Green hat einen sehr lockeren, leichten Schreibstil, der sich gut für Jugendromane eignet. Eine wie Alaska ist aber ein sehr trauriges und ergreifendes Buch. Trotzdem schafft es John Green, seinen eigenen, humorvollen Schreibstil beizubehalten, und doch schwebt eine dunkle Wolke über dem Ganzen. 

Es gelingt John Green gut, sich in einen Jugendlichen hinein zu versetzten. Er passt nicht nur seine Sprache an, man hat das Gefühl, er denkt und fühlt wie ein Heranwachsender. Darüber hinaus spricht er Inhalte wie zum Beispiel die Rechte der Frau an, die einem Jugendlichen aus der Seele zu sprechen scheinen. 

Am besten haben mir der besondere Schreibstil und die verschiedenen Charaktere gefallen. Sie sind jeder ein Kunstwerk für sich und jeder konnte mich sofort für sich gewinnen. Da wäre zum einen Miles, der Protagonist, dessen Hobby es ist, die letzten Worte berühmter Persönlichkeiten zu sammeln. Ausserdem der Colonel, der immer seinen Atlas dabeihat und die Einwohnerzahlen von allen Ländern auswendig kennt. Und natürlich Alaska. Ein sehr selbstbewusstes Mädchen, das sich überall durchsetzen kann. Eine überzeugte Feministin, die aber auch eine weiche und liebevolle Seite an sich hat. 

Leider ist der Einstieg meiner Meinung nach ein bisschen zu wenig packend, man wird nicht unmittelbar richtig mitgerissen. Oftmals werden auch einige Passagen etwas zu ausführlich beschrieben. Doch dann kommt es zu einer Wendung, die mich sehr positiv überrascht hat. Es wurde zusätzlich emotional und es wurden wichtige Themen behandelt. Man erfährt, wie schwierig es für viele ist, mit ihrem Schicksal zurechtzukommen, und man lernt, wie man am besten mit Verlusten umgehen kann und immer nach vorne blickt. Alles in allem hat mir der Roman recht gut gefallen, ich würde ihm vier von fünf Sternen geben. 

John Green, Looking for Alaska, 2005. Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz. 

Ich bestätige hiermit, dass es in diesem Text keine wörtlich aus dem Internet übernommenen Passagen gibt - ausser sie sind als Zitate gekennzeichnet. 

F.W. (weiblich, 14)