Hörprobe Dunkles Gold
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Ohne Vergangenheit keine Zukunft 

 

Seitdem in Erfurt ein mittelalterlicher jüdischer Schatz gefunden wurde, verfolgt er das Leben der 15-jährigen Laura. Ihre Mutter, eine Historikerin, welche sich vor allem für die Juden im Mittelalter interessiert, spricht ununterbrochen von diesem ausserordentlichen Fund. Mit der Zeit beginnt sich auch Laura für diesen Schatz zu interessieren. Dabei freundet sie sich ausgerechnet mit Alexej an, der in der Schule nur «der Jude» genannt wird. Mit den Informationen über das jüdische Leben, welche Alexej Laura gibt, und dem Wissen, welches sie von ihrer Mutter hat, erfindet Laura ihre eigene Geschichte, woher der Schatz kam.  

In dieser Geschichte geht es um die 15-jährige Rachel, eine Jüdin. Rachel, ihr Bruder Joshua und ihr Vater Kalman, leben als reiche Juden in Jahr 1349. Rachels Mutter verstarb vor vielen Jahren. Bislang ging es der Familie in Erfurt ziemlich gut. Doch als Kalman eines Tages zusammen mit drei Männern am Tisch sitzt und darüber spricht, dass die Pest sich in Richtung Norden fortbewegt und alle Juden gefährdet seien, da die Christen die Schuld auf sie schieben werden, ändert sich ihr Leben schlagartig.  

Es ist sehr bedrückend zu wissen, dass Menschen wegen ihrem Glauben, ihrer Herkunft oder ihrer Sprache verfolgt werden. Das war wohl schon im Mittelalter so. Später wurden Juden von Hitler verfolgt und auch heute noch haben es vor allem Muslime in Europa nicht leicht. In der ganzen Menschenschichte wurden wohl Menschen, die anders waren, verfolgt und gejagt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man Angst vor etwas anderem, neuen hat. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen da man einen Eindruck bekommen hat, was es wohl bedeutet jüdisch zu sein, und auf welche Herausforderungen man stösst. Durch den ständigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird zusätzliche Spannung eingebaut. Abwechselnd erzählen Laura und Rachel, in der Ich-Form, ihre Geschichte. Durch das ganze Buch hindurch lässt die Spannung nicht nach. Es geschehen immer wieder Dinge, mit denen man nicht rechnet.

  

Dunkles Gold war Mirjam Presslers letzter Jugendbuchroman. Deshalb ist er wahrscheinlich auch so gut gelungen. Man fühlt sich richtig in die Lage der beiden Mädchen versetzt. Den Schreibstil mag ich sehr, denn in Rachels Geschichte ist der Zeit im Mittelalter angepasst und vermittelt eine zusätzliche Glaubwürdigkeit. In der Geschichte von Laura, die in der jetzigen Zeit spielt, ist er wiederum sehr modern. Es ist eindrücklich, wie die Beziehungen damals zwischen Frauen und Männern, aber auch zwischen Eltern und Kindern waren. Im Mittelalter wurde sehr stark zwischen Mann und Frau unterschieden, Frauen hatten kein Bürgerrecht und Mädchen durften nicht zur Schule. Männer hingegen wurden bedient und durften die Frauen herumkommandieren. Auch die Jungen waren damals viel mehr «wert» als Mädchen.  Es ist auch interessant zu sehen wie Juden damals und heute angesehen werden. Im Mittelalter wurden Geldgeschäfte von Christen als schmutzig angesehen und daher den Juden überlassen. Da diese Zinsen von allen einforderten, wurden sie immer unbeliebter und schliesslich auch verfolgt und vertrieben. Heute hingegen sind Juden genauso frei wie Christen oder Muslime.  Dieses Buch definitiv ist kein klassisches oder «cooles» Jugendbuch, aber es lohnt sich auf jeden Fall, es zu lesen. 

E.L (weiblich, 14) 

Mirjam Pressler: Dunkles Gold (2019) 

 

"Ich bestätige hiermit, dass es in diesem Text keine wörtlich aus dem Internet übernommenen Passagen gibt - ausser sie sind als Zitate gekennzeichnet."  

Dunkles Gold 

 

In dem historischen Jugendroman «Dunkles Gold’’ von Mirjam Pressler geht es um die 15-jährige Laura, welche in Erfuhrt beheimatet ist. Ihre Mutter erforscht jüdische Geschichte, untersucht einen alten jüdischen Schatz, welcher in einer Synagoge ausgestellt ist. Laura ist eine gute Zeichnerin und denkt sich, wie das Leben der früheren Besitzerin des Schatzes wohl ausgesehen haben könnte. Bei dieser Geschichte hilft ihr ihr jüdischer Mitschüler Alexej. Die beiden verlieben sich, doch ihre Beziehungen ist nicht einfach, da sich die beiden mit Antisemitismus beschäftigen. Außerdem erleichtert Alexejs Familiengeschichte, welche sich während der Nazi-Zeit in Russland abspielte, die Beziehung auch nicht. In Lauras Geschichte gibt es eine Hauptperson, welche Rachel heißt. Ihr Vater hört auf den Namen Kalman und er ist Händler. Kalman vergräbt alles, was er besitzt im Keller und flüchtet vor Angst vor der Pest nach Polen. Auf dieser Reise wird Kalman allerdings ermordet. Der Sohn bleibt auf einem Jahrmarkt und Rachel geht zu Fuß weiter bis Krakau. An jenem Ort wird sie von einem Juden vor dem Ertrinken bewahrt. Rachel heiratete ihn später. 

 
 

Der umfangreiche Roman, der durch einen Prolog eröffnet wird, wird in 29 Kapitel erzählt. Das Buch wird durch Lauras Geschichte in zwei Ebenen geteilt. Die eine handelt von Laura, die andere von Rachel. Dies erhöht die Spannung stark. Das Ganze ist eine zweifache Ich-Erzählung:  Sowohl Lauras als auch Rachels Geschichte werden von diesen selbst erzählt. Laura und Rachel sind besonders reif für ihr Alter.  

 

Mirjam Pressler wurde  1940 geboren und lebte in Landshut. Die Schriftstellerin starb im Januar 2019. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Einige ihrer besten Romane sind: Wenn das Glück  kommt muss man ihm einen Stuhl hinstellen, Malka Mai und Nathan und seine Kinder. Sie übersetzte auch Romane aus dem Hebräischen. Sie starb im Alter von 78 Jahren. Sie wurde als Tochter einer jüdischen Mutter geboren und konnte sich daher besonders gut mit dem Thema auseinandersetzen. Mirjam Pressler studierte Malerei und Sprachen in Frankfurt am Main. Sie hat über 30 Bücher geschrieben und über 300 übersetzt.  

 

Ich empfehle das Buch nicht, da ich denke, dass es eher für Erwachsene geeignet ist. Es ist nämlich ein aufwühlender Roman und nicht ein Krimi. Trotzdem ist das Buch spannend geschrieben, allerdings musste ich mich dazu überwinden weiterzulesen. Ich denke auch, dass das Buch eher für Mädchen geeignet ist, da es um Liebe geht. Das Buch handelt von Antisemitismus, grosser Wahrhaftigkeit, jüdischer Identität, Liebe und Hoffnung. Wenn man sich also für diese Themen interessiert, ist es ein  sehr tolles Buch. Der Roman ist zwar aktuell, aber trotzdem nicht modern. Die Geschichte wird mit viel Sorgfalt und Feingefühl erzählt. Das Buch ist allerdings auch ein bisschen für Jungen geeinigt, da es eine Flüchtlingsgeschichte gibt und einen Mord. Das Cover des Buches ist nicht besonders ansprechend, da nur eine Frau auf goldenem Grund abgebildet ist. Also grundsätzlich empfehle ich das Buch, auch wenn ich es ein bisschen mehr den Mädchen empfehle. Allgemein ist es ein mittel gutes Buch, da es nicht wirklich auf meinen Interessen beruht. 

F.J (männlich, 14) 

Mirjam Pressler: Dunkles Gold (2019) 

 

"Ich bestätige hiermit, dass es in diesem Text keine wörtlich aus dem Internet übernommenen Passagen gibt - ausser sie sind als Zitate gekennzeichnet."