Hörbeispiel
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Eine Stadt brennt 

 

Die drei Jugendlichen Maggie, Tokes und Pea freunden sich an. Doch zu diesem Zeitpunkt beginnt nicht nur eine Freundschaft, sondern auch die Auseinandersetzung zwischen der Starfish Gang und der Polizei wie auch ein Konflikt zwischen der Starfish Gang und den drei Freunden. Denn Tokes und Maggie helfen Pea immer wieder und beschützen ihn vor der Starfish Gang, von der er sich nicht lösen kann. Trotz der Hilfe von Tokes und Maggie hintergeht Pea die beiden immer wieder, doch sie halten weiter zu ihm.  

Der Roman handelt also nicht nur von sich bekriegenden Gangs, sondern auch von Freundschaft und der Beziehung, die Kinder zu ihren Eltern haben, und wie diese mit der Trennung ihrer Eltern umgehen. Hierbei geht es hauptsächlich um die Situationen von Maggie und Tokes. Beide gehen total unterschiedlich mit der «gleichen Situation» um, denn sie haben beide unterschiedliche Erwartungshaltungen an ihre Eltern. Dies könnte aber auch dadurch bedingt sein, dass beide in total unterschiedlichen Schichten aufwachsen. Auf der einen Seite Maggie, die eine sehr gut verdienende Politikerin als Mutter hat, die so gut wie nie Zeit für sie findet und sehr auf ihre Arbeit fokussiert ist. Die beiden haben aufgrund dessen auch bei weitem nicht das beste Mutter-Tochter-Verhältnis, wie diese Passage aus dem Buch, die Distanz zwischen den beiden zeigt: «Meine Mutter kam in dieser Nacht erst spät nach Hause. Lange nach Mitternacht hörte ich sie hereinkommen, ihre Absätze klackerten auf dem Holzboden (sie hält sich nie an ihre eigenen Regeln) und sprach in ihr Handy.» Auf der anderen Seite Tokes, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, mit einer sehr jungen Mutter, die gleichzeitig drei Jobs erledigen muss, um die Miete für ihre kleine Einzimmerwohnung zahlen zu können. Er liebt seine Mutter und kümmert sich um sie, was ein Zeichen dafür ist, dass die beiden ein sehr inniges Verhältnis zueinander haben.  

 

Die Art, wie die Geschichte erzählt wird, hat die Autorin sehr spannend gewählt, denn man liest nicht das ganze Buch über eine Geschichte, die immer in derselben Zeit spielt, sondern hauptsächlich eine Rückblende. Diese Rückblende wird am Anfang des Buches von Maggie eingeleitet und bezieht sich auf Geschehnisse, die ein Jahr zurückliegen. Das Buch beginnt im Heute, geht in Rückblenden in die Vergangenheit und endet im Heute.   

Das Ende des Buches ist sehr stimmig und schliesst die Geschichte auf eine gute Weise ab. Der Anfang hingegen ist in meinen Augen ein bisschen dürftig, da er nicht die brutale Realität eines Bandenkrieges darstellt. Er ist sehr angepasst an eine eher junge, jugendliche Leserschaft. Anfangs wird Gewalt hauptsächlich angedroht und nicht ausgeübt. Selbst als der Anführer von Tokes blossgestellt wird, unternimmt er nichts, um seine Macht zu demonstrieren. Der Streit und die Krawalle durch die Starfish Gang beginnen damit, dass Shivs Vetter Pets behauptet, von der Polizei geschlagen worden zu sein. Shiv ist der Anführer der Starfish Gang, weswegen die Gang hauptsächlich seine Interessen vertritt. Was zu Folge hat, dass die Gang sich an all denen, die Pets das angetan oder es nicht verhindert haben, rächen will. Einer der es nicht verhindert hat, ist ein Jungen namens Little Pea. Er soll laut eigener Aussage gesehen haben, wer Pats zusammengeschlagen hat. Deshalb hält Shiv ihm ein Messer an die Kehle, obwohl Pea auch ein Mitglied seiner Gang ist. Aber Pea hält dicht, denn er verrät nie etwas, wenn dabei nichts für ihn rausspringt. Als Tokes, der neu in der Stadt ist, am Spielplatz vorbeiläuft, entdeckt er Pea, dem von Shiv ein Messer an die Kehle gehalten wird. Er fackelt nicht lange und stösst Shiv von Pea weg. Shiv versucht sich kurz zur Wehr zu setzen, merkt aber schnell, dass Tokes viel stärker ist. Shiv lässt Pea und dessen Retter Tokes noch einmal davonkommen. Während der ganzen Zeit über, sitzt ein Mädchen auf einer Bank, die sich am Rande des Spielplatzes befindet und filmt das Geschehen. Sie filmt so ziemlich alles und jeden, denn sie möchte später einmal eine grosse Filmemacherin werden. Maggie, so heisst das Mädchen, spielt eine entscheidende Rolle in der Geschichte, denn sie ist einerseits die Erzählerin und gleichzeitig auch eine der Hauptpersonen. Dadurch hat man das Gefühl, als würde einem eine Freundin diese Geschichte aus ihrem Leben erzählen. 

 

I.L. (weiblich, 14 Jahre) 

Catherine Burton: Drei Tage Wut. Die Originalausgabe erschien im Jahr 2017, aus dem Englischen übersetzt von Bettina Münch. 

 

 

"Ich bestätige hiermit, dass es in diesem Text keine wörtlich aus dem Internet übernommenen Passagen gibt - ausser sie sind als Zitate gekennzeichnet."  

Drei Tage Wut 

Der Roman „Drei Tage Wut“ von Catherine Bruton, stellt die Gewalt zwischen den unterschiedlichen Sozialschichten dar und generell Gewalt, die wir als Kinder, die an der Goldküste Zürichs aufwachsen, nicht erleben können. 

Das Buch spielt ungefähr im Jahre 2014 in London an der Coronation Road. Maggie die eher reich ist und deren Eltern getrennt sind, lernt Tokes kennen. Tokes ist ein dunkel pigmentierter Junge, der sich sehr gut mit Gangs auskennt, denn auch schon sein Vater war in einer, und das war auch der Grund warum er und seine Mutter weggerannt sind. Als Tokes Little Pea von der gefährlichen Straßenbande „Die Starfischgang“ rettet, lernt er Maggie kennen. Die beiden lernen sich näher kennen und Maggie erzählt ihm von ihrem Film. Zusammen filmen sie alles was mit der Starfischgang passiert und wie es auf die Leute, in ihrem Umfeld wirkt. So lernen sie auch Little Pea kennen, der mit dieser Gang beteiligt ist und ständig in Gefahr steht. Little Pea will Maggie und Tokes beim Drehen ihres Filmes helfen, doch so bringt er sich in Gefahr. Denn durch diese Freundschaft mit den Feinden stellt er sich gegen die Gang und seine Überlebenschance sinkt immer mehr. 

 

Schon jetzt ist es deutlich, dass in diesem Buch, Gewalt etwas völlig Normales ist, wodurch sich alle Leser damit auseinandersetzen und lernen müssen, was außerhalb ihrer kleinen Box passiert. Der Titel entspricht also wirklich dem Inhalt des Romans und gibt dem Leser schon eine Idee, was im Buch vorkommt, und so weiß man was einen erwartet.  

 

Der Roman „Drei Tage Wut“ ist verständlich und gut formuliert. Er ist einfach zu lesen und die Kapitel sind nicht zu lange was mir persönlich gefällt. Das Buch ist, wie man auf Englisch sagt, „relatable“, denn man kann sich einfach in die Personen hineinversetzen und verstehen, wie sie sich fühlen. Von der ersten Seite an gibt es Geheimnisse und man will immer weiter lesen ohne Stopp, damit man endlich erfährt, was hinter den Geheimnissen steckt. Das Buch war durchaus spannend und ich musste mich nicht zwingen zu lesen. 

Ich finde das Thema oder die Situation des Romans sehr gut ausgewählt, es ist ein Thema, das, auch wenn wir es nicht wollen, viele betrifft. Viele Kinder in ärmeren Ländern, oder auch Kinder, die in nicht sehr guten Umständen leben, sind mit solchen Gangs konfrontiert. Denn auch wenn es nicht das Beste für sie ist, haben sie sonst niemanden, der auf sie aufpasst.   

 

Das Buch ist aber nicht nur sehr gut geschrieben und, spannend erzählt. Es ist auch berührend, denn zu wissen, dass es Kindern wie Little Pea gibt, die außer Gangs niemanden haben, hat mir gezeigt, dass ich sehr viel Glück habe mit meinen Eltern. Ich würde das Buch eigentlich allen Jugendlichen weiterempfehlen, die sich für solche Themen interessieren wie Gangs, Unterschied von sozialen Schichten und generell Konflikte.  

 

Catherine Bruton: Drei Tage Wut (2017). Aus dem Englischen übersetzt von Bettina Münch. 

 

"Ich bestätige hiermit, dass es in diesem Text keine wörtlich aus dem Internet übernommenen Passagen gibt - ausser sie sind als Zitate gekennzeichnet."  

N.S (weiblich, 13)

Von Paralleluniversen und Bandenkonflikten

 

Der Jugendroman «Drei Tage Wut» handelt von der Teenagerin Maggie, welche mit ihrer Mutter, einer Abgeordneten im Parlament, in einem vornehmeren Stadtteil nicht fern der Coronation Road wohnt. Sie will Zuhause, in London, während der Ferien einen Film drehen. Seit ihr Vater, der sich nun von ihrer Mutter hat scheiden lassen und nach New York gezogen ist, ihr eine Kamera geschenkt hat, bringt Maggie sie überall hin und hält beinahe alles fest, was ihr vor die Linse kommt. Beim Filmen trifft sie auf den 12-jährigen Little Pea, ein Mitglied mit Handlangerfunktion der berüchtigten Starfish Gang, und den etwa gleichaltrigen Tokes, der mit seiner Mutter neu in den Ort, in eine kleine Einzimmerwohnung gezogen ist, und sich mit Shiv, dem Oberhaupt der Gang angelegt hat, wodurch er sich grossen Ärger einhandelt hat. Maggie und Tokes freunden sich an und arbeiten zusammen an Maggies Film, bei dem der verschmitzte Little Pea unbedingt auch mitspielen will. Dabei ist das Gangmitglied aber immer wieder gezwungen, die beiden in Schwierigkeiten zu bringen. Als es dann auf der Coronation Road auch noch zum Aufstand mit Randalierenden aufgrund angeblicher Polizeigewalt gegenüber dem Vetter von Shiv kommt und Maggie filmt, wie das Gangoberhaupt auf den Mitarbeiter eines Elektrogeschäfts einsticht, stecken sie selbst, Tokes und Little Pea endgültig in der Klemme und werden gezwungen, das Videomaterial der Gang auszuliefern.

Das Buch, welches durchgehend aus der Sicht der Protagonistin geschrieben ist, zeigt auf gelungene Weise auf, wie man in Bandenkonflikte geraten kann und wie sich die Wege der unterschiedlichsten Personen kreuzen können. Ausserdem sorgt der Schreibstil der Autorin dafür, dass sich die Romanhandlung kaum in langgestreckten Beschreibungen und Details verliert. Die Spannung im Plot wird immer aufrechterhalten, man bangt mit den Charakteren mit und fragt sich beim Lesen stets, was als nächstes passiert. Schön zu sehen war, dass die Abschnitte im Buch nicht als Kapitel, sondern als Szenen bezeichnet werden, da die Leidenschaft zum Film von Maggie in der Handlung auch eine zentrale Rolle spielt. Besonders interessant ist jedoch, wie sich der Anfang des Buches zum Rest der Handlung verhält. Denn im ersten Kapitel heisst es: «Ich kann von meinem Zimmer aus das Wasser sehen und hören, wie die Wellen auf den Kies klatschen. Und ich kann hier nichts anderes tun, als daran zu denken, dass einer meiner Freunde tot ist und der andere es genauso gut sein könnte.» Danach wird beschrieben, wie der zweite Freund, der nicht tot ist, im Zeugenschutzprogramm ist, er vermutlich einen neuen Namen hat und dass Maggie ihn nicht sehen oder kontaktieren darf. Man weiss bereits aus dem Klappentext, dass einer der Freunde Tokes und der andere Little Pea sein muss. Man kann aber trotz der Beschreibung nur vermuten, wer wer ist. Diese Ungewissheit wirkt sich auch auf den Rest der Lektüre aus, weil man sich natürlich fragt, wer nun wie und wann stirbt.

Dieser Roman überzeugt, obwohl die Themenwahl und die sorgfältige Erstellung der Handlung und des Spannungsbogen sehr bestechend sind, vor allem durch die spezielle Zusammenstellung der Charaktere. Diese erzählen, auch wenn sie sich laut der Autorin in «anderen Paralleluniversen befinden», eine gemeinsame Geschichte. «Drei Tage Wut» ist sicherlich für jeden jugendlichen Leser zu empfehlen, der Wert auf Spannung und gute Plots in einer Geschichte legt. Es ist eines der Bücher, die sich problemlos an einem einzigen Tag lesen lassen.

 

Catherine Bruton: Drei Tage Wut (2014), aus dem Englischen von Bettina Münch.

 

Ich bestätige hiermit, dass es in diesem Text keine wörtlich aus dem Internet übernommenen Passagen gibt – ausser sie sind als Zitate gekennzeichnet.

L.M. (weiblich, 15)