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Das neue Pangaea

Das Thema Globalisierung ist in unserer heutigen Welt allgegenwärtig. Viele Dinge der Globalisierung haben grosse Vorteile für die gesamte Weltbevölkerung, doch was oft vergessen geht sind die schwerwiegenden Folgen für Flora und Fauna. Vor allem in der Invasionsbiologie sind die Schäden bereits jetzt klar zu erkennen. Die Anfänge der Invasionsbiologie werden häufig dem Biologen Charles Elton  zugeschrieben, der 1958 sein bahnbrechendes Werk The Ecology of Invasions by Animals and Plants veröffentlichte. Mit verschiedenen Experimenten kam er dazu, dass sich bei einer Durchmischung vieler Arten auf der Welt immer die selben Tier- und Pflanzenarten durchsetzen werden. Die Vielfalt der lang isolierten Pflanzen und Tiere verschwinden. Würde es so weit kommen, würden ein drittel aller Säugetiere und die hälfte der Vögel sterben. Der Titel des Buches "Das neue Pangaea" erklärt das unsere heutige Welt wie ein grosser Kontinent ist, der durch nichts mehr getrennt wird, da natürliche Hindernisse durch den Mensch zunichte gemacht werden.

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                     Das grosse Schneckensterben auf Hawaii

 

 

Auf Hawaii gab es nur zwei verschieden Säugetiere, bis der Mensch die Inseln aufsuchte. Die Zerstörung des einheimischen Ökosystems durch invasive Arten auf Hawaii wird am beim Beispiel der Schnecken sehr deutlich. Noch vor knapp 50 Jahren waren die Schnecken völlig unbeschadet. Isoliert entstand eine Schneckenvielfalt, die einmalig auf der Erde war. Diese Schneckenvielfalt ist aber auch wichtig für andere Pflanzen, natürlich haben sie ihren Platz in der Nahrungskette. Besonders wichtig sind sie aber auch für verschieden Baumarten, welche vom Schleim der Schnecken geschützt werden. Fallen die einheimischen Schnecken weg, hat das noch viel grösser Folgen als man denkt. Das Unheil begann mit dem Einschleppen der Grossen Achtschnecke, ohne Feinde und mit reichlich Nahrung konnte sie sich explosionsartig vermehren, das führte zu einer grossen Schneckenplage. So führte der Mensch eine zweite invasive Schneckenart ein, welche den neuen Eindringling bekämpfen sollte, jedoch bevorzugte diese lieber die Eiheimischen Schnecken. Invasive Tiere treffen oft in ihrer neuen Heimat auf keine natürlichen Feinde. So ist es eine gängige Methode, diese mit ihren natürlichen heimatlichen Feinden zu bekämpfen. Dies führt aber oft zu grösseren Problem als zur Lösung des Problems. Eine andere Methode ist, selber Jagd auf die Invasiven Arten zu machen, bei Viren und Bakterien ist dies aber unmöglich und bei Tier und Pflanze kämpft man gegen Windmühlen an. Ein Beispiel ist der Kampf gegen die Aga-Kröte in Australien, die eingeführt wurde, um eine Käferplage zu bekämpfen. 

Beispiele von invasiven Tieren

Der Einfluss des Menschen

Durch die neuen Fahrzeug, die wir Menschen entwickelt haben, ist es möglich geworden, vorher völlig isolierte Orte mit der restlichen Welt zu verbinden. So konnten sich zum Beispiel, vom Meer isoliert, auf Inseln über Jahrtausende Jahre ganz exotisch funktionierende Ökosysteme bilden. Durch den Menschen werden aber über Jahrmillionen bestehende geographische Trennungen zunichte gemacht. Es kommt zu einer Umstrukturierung der weltweiten Flora und Fauna. Dieser Vorgang wird als »Masseninvasionsereignis» bezeichnet. Täglich fliegen hunderte Flugzeuge um die Erde, in jedem können potenziell irgendwelche Lebewesen als blinde Passagiere mittransportiert werden.  Jeden Tag werden allein in den Ballastwassertanks von Überseeschiffen schätzungsweise zehntausend verschiedene Spezies um die Welt transportiert. So kommen täglich kleine Fische, Bakterien und Viren in völlig neue Lebensräume. 

Ansiedelung der invasiven Arten

In der Biologie unterscheidet man zwischen drei Möglichkeiten, wenn ein neuer Organismus auftaucht. Die erste Möglichkeit ist die Leere-Kammer-Option, das heisst, dass gar nichts geschieht. Der Neuankömmling überlebt nicht. Im zweiten Fall überlebt der Neuankömmling nicht nur, sondern er bringt auch eine neue Generation hervor, die ebenfalls überlebt und sich fortpflanzt. (Etablierung) Jedoch beschränken sich etablierte Spezies auf das Gebiet, in das sie eingeführt wurden.  Doch ein gewisser Teil schafft den dritten Invasionsschritt: Die Ausbreitung. Roy van Driesche, ein Experte für Invasionsbiologie schätzt, dass von hundert eingeschleppten Arten es zwischen fünf und fünfzehn schaffen, sich zu etablieren. Von diesen fünf bis fünfzehn wird es eine schaffen sich auszubreiten.

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Verhinderung von invasiven Pflanzen

Um einheimische Pflanzen zu schützen und die grosse Artenvielfalt, die wir zurzeit habe zu schützen, gibt es mehrere Ideen. Die Europäische Kommission finanziert eine öffentlich zugängliche Datenbank, sie sammelt europaweit Daten und Informationen zu biologischen Invasionen. Sie werden von einem Expertenteam zusammengestellt . Hauptziel von DAISI ist eine Inventur aller invasiven Arten in Europa als Grundlage zur Vorbeugung und Kontrolle von biologischen Invasionen. Zu den erfassten Arten sollen Informationen zu Ökologie, Habitat, Verbreitung und deren Auswirkungen gesammelt werden. Dazu gibt es links zu Experten und Literaturverweisen. Anhand von 250 zur Verfügung stehenden regionalen Checklisten wurden die 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten identifiziert. Es handelt sich dabei um Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die jeweils einen erheblichen Einfluss auf die biologische Vielfalt, Ökonomie und Gesundheit haben und die man gezielt bekämpfen will. Natürlich kann jedes Land selber darauf achten, so versucht zum Beispiel Neuseeland die ganze Insel von invasiven Wirbeltieren zu befreien. Auch bei der Einreise nach Neuseeland wird sehr genau kontrolliert um keine neuen Invasiven Arten auf die Insel zu lassen.