Der Riesenalk

Der Riesenalk war der Urpinguin. Sein wissenschaftlicher Name ist Pinguinus Impennis ist. Er war einer von wenigen flugunfähigen Vögeln.  Ausgewachsene Tiere erreichten eine Grösse von 80 Zentimetern, wobei seine Stummelflügel für seine Körpergrösse ein wenig unterdimensional wirkten. Nicht nur sah er dem Pinguin sehr ähnlich, sondern war auch unter Wasser sehr geschickt. Trotzdem ist er kein Verwandter von ihm. Da der Pinguin dem Riesenalk sehr ähnlich war, wurde er von den Entdeckern verwechselt und nach dem lateinischen Namen des Riesenalks benannt. Diese unterscheiden sich bezüglich des Ortes, wo sie lebten. Der Riesenalk lebte mehrheitlich im Norden, während der Pinguin in der Antarktis beheimatet ist.

In Island, der letzten bekannten Heimat des Riesenalks, steht in Reykjavík inmitten eines Forschungsinstitutes auf einem Felsen ein ausgestopfter Riesenalk. Dieses Exemplar wurde 1821 in Island getötet. Der genaue Ort ist unbekannt.

In seiner Blütezeit existierten Millionen Riesenalks überall auf der Welt verteilt – von Norwegen bis Neufundland und von Italien bis nach Florida. In Island gab es so viele Riesenalks, dass diese regelmässig auf dem Speiseplan standen. Das konnte man an Überresten des Riesenalks in Küchenabfällen vom 10. Jahrhundert erkennen. Als dann die ersten Siedler nach Island kamen, wurden die vielen Nistplätze des Riesenalks bereits geplündert und somit auch ihr Verbreitungsgebiet. Auf Grund der reichen Kabeljaubestände stachen die Europäer zu Beginn des 16. Jahrhunderts regelmässig in See. Auf dem Weg entdeckten sie einen etwa 20 Hektar grossen Granitfelsen. Dieser war bedeckt mit Vögeln und Riesenalks und nennt sich Funk Island. Durch die lange Reise, welche die Fischer hinter sich hatten, war Frischfleisch äusserst begehrt. Zudem waren die Alks leicht zu fangen. Einige Jahre später landete eine britische Expedition auf der Insel, welche von Vögeln überfüllt war. Die Vögel, darunter hauptsächlich Riesenalks, wurden auf das Schiff getrieben. Die Briten beschrieben den Riesenalk, welcher jeweils zu Hundert auf das Schiff getrieben wurde, als eine Kreatur, die von Gott geschaffen wurde, damit sie zu einem wunderbaren Nahrungsmittel wird. Später wurden diese Vögel für alles Mögliche genutzt. Sie wurden als Nahrungsmittel, Fischköder, als Lieferant von Federn für Matratzenfüllungen und, da es auf Funk Island kein Holz gab, auch als Brennstoff gebraucht. Die Riesenalks wurden auf jede Art genutzt. Wer wegen den Federn kam, mache sich nicht die Mühe, das Tier zu töten, sondern riss ihm am lebenden Leib die Federn aus und warf ihn wieder ins Meer, worauf es langsam starb. Der Handel mit den Federn wurde so lukrativ, dass Männer den ganzen Sommer über auf Funk Island blieben.

 

Es ist nicht klar, ob die Riesenalks auf der Insel tatsächlich bis auf das letzte Tier getötet wurden oder ob das Gemetzel die Kolonie so weit reduzierte, dass sie für andere Einflüsse anfällig wurde. Auf jeden Fall wurde aber Darwins Theorie widerlegt, denn die Riesenalks wurden in weniger als einer Generation ausgerottet.

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Charles Darwin

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Chrles Lyell

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Ausgestopfter Riesenalk in Reykjavík