Das Retten der Hawaiikrähe

Wie auch viele andere Tierarten, ist auch die Hawaiikrähe, oft Alala genannt, in freier Wildbahn ausgestorben und auch in diesem Fall wissen wir nicht einmal die Ursachen dafür. Wahrscheinlich sind es sehr viele Faktoren, die dabei eine Rolle spielten. Nichts zu trotz versuchten wir mit allen Mitteln, gegen die unbekannte Ursache anzukämpfen. Kinohi ist eine der überlebenden Krähen, 2009 wurde er in den San Diego Zoo verlegt, um sie zu retten. Kinohi ist ein verzweifelter Versuch, um das Massenaussterben zu verhindern und um einzelne Tierarten wieder in die Wildnis aussetzten zu können, was aber einige Schwierigkeiten mit sich bringt.

Da Kinohi in einer Zucht aufgewachsen ist und somit isoliert von jeglichem sozialen Kontakt war, hat er sich eine ganz eigene Welt aufgebaut. Kinohi fühlt sich dadurch nicht mehr wirklich als eine Krähe, auch nicht als ein Menschen, sondern als etwas ganz Eigenes. Das Problem, was dadurch entsteht, ist, dass sich Kinohi von anderen weiblichen Krähen nicht mehr angezogen fühlt, sich dafür einmal in einen Löffler verliebte. Ohne eine sexuelle Beziehung zwischen einer weiblichen Krähe und Kinohi ist es fast nicht möglich, Nachfahren zu züchten. Aber eine Hoffnung gibt es noch, nämlich die Masturbation durch menschliche Hilfe. Bisher konnte man zwar noch keine Samen von Kinohi gewinnen, da er schlicht und einfach nicht ejakuliert.

Bei anderen Hawaiikrähen, welche ebenfalls in Zucht leben, war man allerdings erfolgreicher. Nachdem 2002 die letzte Hawaiikrähe in freier Wildbahn ausstarb, konnte man bis 2009 den Bestand in Zuchten bis auf 56 Exemplare erhöhen. In der untenstehenden Grafik sind die Bestände der Vögel in und ausserhalb der Zucht ersichtlich.


Ein noch viel grössere Problem als das Fortpflanzen stellt das Wieder-Freisetzen in die Wildnis dar. Bei der Hawaiikrähe investierte man 14 Mio. in das Präparieren von «wilden» Lebensräume. Man stellte sicher, dass die Krähe dort keine Feinde mehr hat, und konnte so den Bestand bis 2016 auf 131 Exemplare erweitern.

 

Man sieht hier, dass man ausgestorbene Tierarten zwar oftmals noch in der Zucht halten, diese aber fast nicht mehr in die Wildnis integrieren kann. Will man also Tiere vor dem Aussterben retten, muss man dies tun, bevor man sie nur noch in der Zucht halten kann!

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