1. Einleitung

Dass Tierarten aussterben können und dass das selbstverständlich ist, ist heute jedem bekannt. Jedoch war das nicht immer so.  

Aristoteles zehnbändige Tierkunde (Historia animalium), ohne auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die Tierwelt tatsächlich eine Geschichte hat.  

Plinius Naturgeschichte ausgestorbene Tierarten = Fehlanzeige 

Fossil = ausgegraben 

Auch im Mittelalter und in der Renaissance kam man nicht auf die Idee, dass  alles im Boden Gefundene als Fossil zu bezeichnen.  

In der Aufklärung glaubte man, dass jede Spezies ein Glied in einer grossen "Seinskette" darstellte. So schrieb Alexander Pope in seinem philosophischen Lehrgedicht vom Menschen:  

"Die Wesen, wie sie sind, sind Theile einer Welt, ihr Leib ist die Natur, ihr Geist Gott, der sie hält."

Im 18.Jahrhundert fand man in Sibirien vermehrt Mammutknochen. Sie ähnelten  sehr Elefantenknochen, jedoch gab es im damaligen Russland eindeutig noch keine Elefanten. Daher dachte man, dass sie zu den Tieren gehört haben mussten, die von der biblischen Sintflut nach Norden gespült worden sind.  

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Pliny_the_Elder,_Natural_History,_Floren