Wald und Bäume

Wald und Bäume

Alzatea verticillate

Kapitel 8

Einleitung

In der Geschichte unserer Erde gab es schon fünf katastrophale Artensterben und jetzt befinden wir uns mitten im sechsten. In welchem Ausmass dieses jedoch ausfallen wird, ist schwierig vorherzusagen, doch was sicherlich klar ist, ist, dass es erste kleine Anzeichen eines Beginns dieses Sterben gibt. Diese zeigen sich nicht im Sterben von grossen Säugetieren, sondern im Massensterben von kleinen Reptilien und Insekten. Wenn man die Zahl der verschiedenen Arten vor einigen Jahren betrachtet, ist es erschreckend, denn der Rückgang der Arten ist massiv. Doch nicht nur das Verschwinden von Tierarten gibt uns Hinweise auf eine Katastrophe, auch Wälder und Bäume liefern immer mehr Anzeichen auf ein sechstes Artensterben. Im Moment haben Pflanzen mit dem Klimawandel zu kämpfen, die schnell ansteigenden Temperaturen machen den Pflanzen mächtig zu schaffen. Kleine Veränderungen im Klima hat es immer wieder gegeben, doch diese Klimaveränderung verläuft im Unterschied zu den anderen zehnmal schneller. In welchem Ausmass das Sechste Artensterben die Pflanzenwelt treffen wird, weiss niemand wirklich, doch es können mögliche Szenarien aufgestellt werden, die auf unterschiedliche evolutionäre Bedingungen und Merkmale zurückführen. Wie sieht das Worst-Case-Szenario aus? Welche Faktoren spielen wichtige Rollen und wie beeinflussen sich die Sterben der einzelnen Arten gegenseitig?  Fragen, die nur mit Theorien beantwortet werden können. In diesem Kapitel erhält man einen guten Einblick in das mögliche Ausmass des Sterbens anhand der faszinierenden Pflanzenwelt.

 

Eine Reise vom Nordpol zum Äquator

Um besser zu verstehen, wie die Artenvielfalt auf unserem Planeten variiert, begeben wir uns auf eine Reise um den Globus. Wir starten am Nordpol und machen auf dem Weg zum Äquator immer wieder Halt, um beobachten zu können, wie sich die Flora verändert. 

Breitengradient des Artenreichtums

Wie man auf der Reise vom Nordpol zum Äquator sicherlich bemerkt hat, war die Anzahl verschiedener Arten von Bäumen im Norden um einiges geringer als in Ostperu nahe dem Äquator. Es lässt sich sagen, dass die Artenvielfalt an den Polen am geringsten und in den unteren Breitengraden am höchsten ist. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache ebenfalls als Breitengradient des Artenreichtums bezeichnet. 

 

Einfluss des Klimawandels auf die Pflanzenwelt 

Wir alle kennen das Bild des abgemagerten Eisbären, der auf einer abgebrochenen Eisscholle auf dem weiten Meer treibt. Dabei werden nur an die Auswirkungen des Klimawandels in den kälteren Regionen gedacht. Was aber oft vergessen geht, ist, dass nicht nur Kälte liebende Lebewesen vom Klimawandel bedroht sind. Auch in den Tropen stellen die steigenden Temperaturen eine grosse Gefahr dar, wenn nicht sogar eine grössere. In diesem Kapitel begeben wir uns mit einer Forschungsgruppe auf eine Reise im Nationalpark Manù und werden sehen, wie die Tropenwelt auf die Erderwärmung reagiert.

Arten-Flächen-Beziehung

Quelle: nul-online.de